Arbeitgeber kritisieren angekündigte Kita-Warnstreiks

Tarifverhandlungen im Sozial- und Erziehungsdienst
VKA fordert Gewerkschaften zu inhaltlichen Verhandlungen auf / „Warnstreiks belasten Kinder und Eltern“ / Verhandlungstermine am 23. März und 9. April 2015 fest vereinbart

Frankfurt am Main. Die Arbeitgeber kritisieren die von den Gewerkschaften angekündigten Warnstreiks im gesamten Sozial- und Erziehungsdienst der Kommunen, einschließlich der Kindertagesstätten. „Die Warnstreiks belasten in erster Linie die Kinder und ihre Eltern, die auf eine verlässliche Kinderbetreuung angewiesen sind“, so VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann.

Bislang hat in den Tarifverhandlungen für die 220.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Kommunen erst der Auftakttermin stattgefunden. Hoffmann: „Wir haben für die Verhandlungen schon zwei weitere Termine fest vereinbart. Bereits vor dem Einstieg in diese inhaltlichen Verhandlungen zu Warnstreiks aufzurufen, zeigt, dass die Gewerkschaften Arbeitskämpfe als erstes und nicht als letztes Mittel sehen.“ Laut eigener Aussage halten die Gewerkschaften Streiks für eine Möglichkeit der Mitgliedergewinnung.

„Wir fordern die Gewerkschaften dazu auf, ernsthaft mit den Arbeitgebern zu verhandeln und nicht schon vorab Kinder und Eltern mit Arbeitskämpfen zu belasten“, so der VKA-Hauptgeschäftsführer.

In den Tarifverhandlungen geht es nicht um die Gehaltstabelle, sondern um die Eingruppierung – also die Zuordnung von Tätigkeiten zu Entgeltgruppen. Die Gewerkschaften fordern massive Erhöhungen für den gesamten Sozial- und Erziehungsdienst. Für die am häufigsten besetzte Entgeltgruppe und Stufe bei den Erzieher/innen wollen sie einen Sprung über vier Tarifgruppen. Das entspricht einem Gehaltsplus von 21 Prozent. Erzieher/innen verdienen nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst schon jetzt mehr als andere Berufsgruppen mit vergleichbarer Ausbildung. Die Gehälter der Erzieher/innen liegen zwischen 2.590 Euro und 3.750 Euro, Kita-Leitungen erhalten bis zu 4.749 Euro.

Die nächsten Verhandlungen finden am 23. März 2015 (Münster) und am 9. April 2015 statt.

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