Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände

Tarifrunde für die Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern

 

In der Tarifrunde geht es um den „Tarifvertrag für die Ärztinnen und Ärzte kommunalen Krankenhäusern (TV-Ärzte/VKA)“. Tarifvertragsparteien sind die VKA und der Marburger Bund. In den kommunalen Krankenhäusern arbeiten 52.500 Ärztinnen und Ärzte.

Die Verhandlungen führen von Seiten der VKA der Gruppenausschuss für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen mit dem Vorsitzenden Joachim Finklenburg sowie VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann.

In der dritten Verhandlugnsrunde, am 3. Februar 2015, hat die VKA ein Angebot vorgelegt. Am 5. Februar haben sich VKA und Marburger Bund auf dieser Basis auf einen Abschluss verständigt.

►►  Pressemitteilung zur Tarifeinigung vom 5. Februar 2015
►►  Pressemitteilung zur Zustimmung zum Tarifergebnis vom 27. Februar 2015

 


Tarifinfo der VKA zur Tarifeinigung vom 5. Februar 2015

 

Das Tarifinfo der VKA 2/2015 gibt einen Überblick zur Tarifeinigung und deren einzelnen Bestandteilen.

 

►► Tarifnfo Nr. 2/2015 vom 6. Februar 2015

 

Tarifeinigung vom 5. Februar 2015

VKA und Marburger Bund haben sich am 5. Februar 2015 auf einen Tarifabschluss für die Ärzte an kommunalen Krankenhäusern geeinigt: Die Gehälter sollen um 2,2 Prozent ab Dezember 2014 und weitere 1,9 Prozent ab Dezember 2015 steigen. Auch die Bezahlung des Bereitschaftsdienstes steigt. Die vom Marburger Bund geforderten Einschränkungen für Wochenenddienste wird es nicht geben.

 

Eckpunkte der Einigung:

  • Entgelt: Lineare Steigerung der Entgelte um 2,2 Prozent ab 1. Dezember 2014, weitere 1,9 Prozent ab Dezember 2015.
  • Bereitschaftsdienst: Ab März 2015: Einführung neuer Stufen bei der Bereitschaftsdienstbezahlung. Steigerung der bisherigen Entgelte zwischen 3,0 und 12,3 Prozent (Kosten für die Krankenhäuser 7,1 Prozent). Ab Dezember 2015: Erhöhung der Bereitschaftsdienstbezahlung um 1,9 Prozent.
  • Wochenenddienste: Keine Einschränkungen vereinbart.
  • Urlaub: Vereinheitlichung des Urlaubsanspruchs auf 30 Tage (bisher: 30 Tage erst ab dem 7. Berufsjahr)
  •  Laufzeit: 21 Monate (bis Ende August 2016).

►► Die Einigung vom 5. Februar 2015

►► Pressemitteilung vom 5. Februar 2015 zur Tarifeinigung

Angebot der Arbeitgeber

Die VKA hat in der dritten Verhandlungsrunde (3. Februar) ein Angebot vorgelegt: 4,0 Prozent mehr, in zwei Stufen: 2,1 Prozent rückwirkend ab Dezember 2014 und weitere 1,9 Prozent ab Dezember 2015. Auch die Bereitschaftsdienstbezahlung soll um insgesamt 4,0 Prozent steigen.

Eckpunkte des Angebots:

  • Entgelt: Lineare Steigerung der Entgelt um 4,0 Prozent in zwei Stufen: 2,1 Prozent rückwirkend ab 1. Dezember 2014, weitere 1,9 Prozent ab Dezember 2015.
  • Bereitschaftsdienst: Steigerung der Bereitschaftsdienstentgelte ebenfalls um 4,0 Prozent in den gleichen Stufen.
  • Work-Life-Balance: Gemeinsame Erklärung der Tarifvertragsparteien zur weiteren Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
  • Laufzeit bis Ende November 2016.
     

►► Die Pressemitteilung zum Angebot

►► Das Angebot der VKA vom 3. Februar 2015

 

Infomappe zur Tarifrunde

Die VKA hat zu den Tarifverhandlungen eine Informationsmappe zusammengestellt, in der

  • die Positionen der VKA,
  • die Forderungen des Marburger Bundes,
  • die tariflichen Regelungen zum Entgelt und zum Bereitschaftsdienst sowie
  • die Rahmendaten der kommunalen Krankenhäuser

dargestellt sind.

 

►► Download der Mappe

 

 

Die Forderungen des Marburger Bundes

Der Marburger Bund fordert Gehaltssteigerungen von 5,4 Prozent sowie eine Verteuerung und Einschränkung der Bereitschaftsdienste. Das Gesamtforderungspaket umfasst Kostensteigerungen von rund neun Prozent bzw. jährliche Mehrausgaben für die Krankenhäuser von ca. 460 Millionen Euro.


►► Die Pressemitteilung der VKA zu den Forderungen des Marburger Bundes vom 19. November 2014


 

Die Position der VKA

Ziel der VKA ist ein Tarifabschluss, der den Anforderungen und den Möglichkeiten der kommunalen Krankenhäuser gerecht wird. Das heißt: Die Ärztegehälter sollen attraktiv bleiben und mit der allgemeinen Lohnentwicklung weiter steigen. Aber: Der Tarifabschluss muss finanzierbar sein.

Besonders wichtig: Die Tarifregeln müssen die Rahmenbedingungen der Krankenhäuser berücksichtigen. Das gilt auch für die Regelungen zum Bereitschaftsdienst. Es darf keine weiteren Einschränkungen geben, die den Betrieb und damit die Versorgung der Patientinnen und Patienten am Wochenende personalwirtschaftlich unmöglich oder unfinanzierbar macht.

Ärztegehälter
Die Gehälter der Ärzte sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Nach dem TV-Ärzte beträgt ein Monatsentgelt (ohne Zuschläge etc.) zwischen 4.023 und 8.383 Euro. Unter Berücksichtigung der Zuschläge ergibt sich für Assistenzärzte ein Jahreseinkommen von 60.000 bis 75.000 Euro, für Fachärzte zwischen 75.000 und ca. 100.000 Euro - je nachdem, wie viel Bereitschaftsdienste, Wochenend- oder Nachtarbeit etc. ein Arzt leistet. Oberärzte erzielen zwischen 95.000 und 110.000 Euro und Chefarzt-Stellvertreter ab ca. 110.000 Euro im Einstieg. (Die weiteren Entwicklungsstufen sind im Tarifvertrag nicht abgebildet, sondern werden einzelvertraglich festgelegt. Nicht berücksichtigt ist die Beteiligung an Poolgeldern.)
>> Die Ärzte erhalten in den kommunalen Krankenhäusern eine äußerst attraktive Bezahlung. Sie liegen im Vergleich zu anderen Berufsgruppen an der Spitze.

Bereitschaftsdienst
Kommunale Krankenhäuser stehen den Patientinnen und Patienten 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche zur Verfügung. Die „Rund-um-die-Uhr-Versorgung“ wird häufig über Bereitschaftsdienst sichergestellt. Gerade für kleinere Abteilungen und Krankenhäuser ist Bereitschaftsdienst unverzichtbar.
>> Die Krankenhäuser brauchen den Bereitschaftsdienst. Er muss bezahlbar bleiben.

Einschränkungen am Wochenende
Bereitschaftsdienst wird entweder mit Freizeit oder in Geld ausgeglichen. Die Bezahlung, Anordnung und Arbeitsanteile in den Bereitschaftsdiensten sind gesetzlich und tarifvertraglich streng geregelt. Die Krankenhäuser setzen diese Vorgaben um.
>> Weitere Einschränkungen für den Bereitschaftsdienst lehnen die Krankenhäuser ab. Er muss weiterhin leistbar sein.

Finanzierung
Die Krankenhäuser können die Preise ihrer Leistungen nicht selbst entsprechend der tatsächlichen (Personal-)Kostenentwicklung anpassen. Als maximale Obergrenze der Preissteigerung für Krankenhausleistungen hat der Gesetzgeber die Grundlohnrate 2015 auf 2,53 Prozent festgelegt. Von dieser Rate, die bei den Krankenhäuser nur gekürzt ankommt, müssen die Häuser alle Sach– und Personalkostensteigerungen finanzieren.
>> Überproportionale Tarifsteigerungen können die Krankenhäuser nicht verkraften.